Alternative zum Zelten.

 Wenn es zu kalt, dunkel und ungemütlich zum Zelten wird.

 

Dieser Blogpost ist in Kooperation mit bett+bike entstanden.

 

Ach wie schön ist es das Zelt abends in Ruhe aufzustellen, sich davor zu setzen, zu kochen, zu lesen, die Gedanken schweifen zu lassen und die Gegend wahrzunehmen. Wenn es dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang gibt, findet man sich im Paradies wieder. Soviel zum Sommer. Die Realität der letzten drei Wochen meiner Radreise sah leider etwas anders aus.

 

 

Mit einem verregneten und kalten Sommer '17 in Skandinavien war ich ja nun schon von Frau Holle nicht gerade mit Gold überschüttet worden. So hoffte ich wenigstens auf einen goldenen Herbst. Aber der blieb leider auch aus. Stattdessen regnete es fast täglich, der Nebel lag über den etlichen Feldern die ich passierte und die Farbe grau wurde zu meiner Aussicht. Tapfer schlug ich mal hier und mal da noch mein Zelt auf. Um dann mitten in der Nacht zu merken, dass mein Schlafsack auch nicht mehr das ist, was er mal vor zehn Jahren war. So richtig warm wurde mir nicht. Den klammen Schlafsack und Sachen trocken zu kriegen wurde auch zu einem Ding der Unmöglichkeit. Hut ab an alle tapferen Herbst- und Winterfahrer, -Abenteurer, -Camper und was auch immer da draußen. Hätte ich wenigstens mit solchen noch ein wenig Gesellschaft gehabt. Dann hätte ich zumindest abends um sechs noch Gespräche führen können. So hockte ich dann aber alleine in der Dunkelheit. So sehr ich es auch mag zu Lesen, dem ist aber auch irgendwann Grenzen gesetzt. Drei Stunden am Abend zu lesen wird langweilig und viel mehr gibt es dann leider nicht mehr zu tun.

 

Also begann ich mehr Warmshowers Hosts zu suchen. Da dies natürlich nicht immer funktioniert, man nicht an allen Orten welche findet und ich zugegebenermaßen auch mal alleine sein will, ging ich des Öfteren in günstige Hotels und Unterkünfte. Vielen Dank an dieser Stelle an einige Leser unter euch, die mich hier unterstützten :-)

 

bett+bike als Planungstool für Übernachtungen

bett+bike als Planungstool für Übernachtungen


 

Es wäre praktisch gewesen zu diesem Zeitpunkt schon von bett+bike gewusst zu haben. Mithilfe deren Website und App kann man nämlich fahrradfreundliche Unterkünfte finden. Und die Frage, ob das Fahrrad ins Zimmer passt fällt hier komplett weg.

 

 

Unterkünfte, die bei bett+bike aufgelistet sind, müssen deren Qualitätskriterien erfüllen. Dazu gehört beispielsweise ein abschließbarer Raum zur Aufbewahrung der Fahrräder, zum Trocknen der Ausrüstung und die Bereitstellung eines Reparatursets. Ebenso kann man Frühstück bekommen. Nicht zu Vergessen: Es ist völlig okay nur für eine Nacht zu buchen. Auch Campingplätze und Ferienwohnungen sind gelistet und haben dementsprechende Standards zu erfüllen.

 

bett+bike gehört zum Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club und es gibt es bereits für neun europäische Länder. Als ich mir die Deutschlandkarte angeschaut habe, war ich wirklich sehr positiv überrascht, wie viele Betriebe bereits dabei sind. Für die restlichen Länder sind nur in Dänemark, Österreich und Luxemburg flächendeckend Unterkünfte zu finden, aber auch in den anderen Ländern (Schweiz, Kroatien, Belgien, Niederlande, Polen) findet man interessante Angebote. Man kann sich die Gastbetriebe übrigens auch als POIs aufs GPS ziehen.

 

Ausbaufähig wäre meiner Meinung nach noch die Suche an sich. Ich kann zwar nach Regionen, Städten usw. suchen, aber es ist leider weder auf der Website noch auf der App möglich die Suchergebnisse nach Typen der Unterkunft oder Preise zu filtern. Man kann sich zwar alle Campingplätze anzeigen lassen, aber diese eben nicht nach Region filtern. Das ist für eine  Routenplanung unvorteilhaft. Ebenso fehlt mir die Preiskategorie allgemein in der Suche.

 

Dafür kann man nach Unterkünften an allerlei bekannten Radwanderwegen schauen, was die Reiseplanung sehr erleichtert. So werden mir beispielsweise 334 Suchergebnisse für den Elberadweg angezeigt. Zoomt man stärker in die Karte, tun sich vielerlei verschiedene Möglichkeiten entlang der Route auf. Welche ja nebenbei bemerkt durch das wunderschöne Dresden und die Sächsische Schweiz führt.

 

 

Durch diese Art der Suchfunktion findet man auf der Website viel Inspiration was Tourenvorschläge angeht. Außerdem kann man sich besondere Unterkünfte wie z.B. Bauernhäuser anzeigen lassen. Vielleicht interessant für Familien die lieber eine Unterkunft für längere Zeit haben und Tagesausflüge planen.

 

Auch noch hilfreich sind extra Kategorien wie City , E-Bike und Sport. Die letztere eignet sich hervorragend für den nächsten Mountainbike-Urlaub und bietet allerhand sinnvolle extra Qualitätsstandards. Damit findet man sicherlich eine geeignete Bleibe, von welcher man zu allerhand Trails starten kann.

 

Die App von bett+bike gibt es für Android und iphone. Sofort werden einem nahe gelegene Unterkunftsmöglichkeiten angezeigt, wenn man der App den Standortzugriff erlaubt. Allerdings hat die App meiner Meinung nach noch Verbesserungspotential. So muss man beispielsweise bei jedem Start erstmal die Datensätze abgleichen. Aber mir wurde auf Nachfrage versichert, dass sich hier wohl noch einiges tun wird.

 

So steht also auch einer schönen Herbst- oder Wintertour nichts mehr im Wege. Zelt und Kocher können Zuhause bleiben. Zwar fällt die Spontanität etwas weg, die ich eigentlich am Zelten so liebe, aber das Planen ist weniger lästig dank solcher Tools. Und wenn man alleine unterwegs ist und etwas Gesellschaft haben will oder man eben auch ein wenig mehr aufs Geld schauen muss, kann man ja immer noch neue Freundschaften mit Warmshower Hosts knüpfen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Steffen (Mittwoch, 15 November 2017 20:56)

    Hallo Anna, schön wieder von Dir was zu lesen. Diese Art der Unterkünfte (bett+bike) ist sicherlich eine gute Alternative zu den eher spärlichen Angeboten an Hostels im ländlichen Raum. Man lernt nie aus. Danke! LG